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Studie: Schlafstörungen durch häufige Facebook-Nutzung

Studie: Schlafstörungen durch häufige Facebook-Nutzung

Die University of California, Irvine (USA) untersuchte in ihrer Studie, wie die Schlafdauer den Informationstechnologie-Gebrauch (IT) beeinflussen könnte. Dass, was man bisher kannte, war genau das Gegenteil – nämlich wie IT dem Schlaf zusetzt. Dazu haben die Wissenschaftler eine lokale Studie geleitet, die die Computer- und Telefonnutzung protokollierte und Schlaftagebücher verfasste und täglich 76 College-Studenten 7 Tage lang befragte. Sie untersuchten die Auswirkungen der Schlafdauer und Schlafschuldung.

Kurz zusammengefasst zeigen die Ergebnisse, dass Studenten mit weniger Schlaf einen höheren Arbeitsdruck und eine höhere Produktivität fühlten. Auch war ihr Schwerpunkt auf die Computernutzung deutlich kürzer, was auf ein höheres Multitasking hindeutete. Je mehr Schlaf geschuldet wurde, desto mehr wurde Facebook genutzt und umso höher war die negative Stimmung. Menschen mit weniger Schlaf können sich Aktivitäten suchen, die weniger Aufmerksamkeitsmittel erfordern, solche wie die Nutzung von sozialen Medien. Die Ergebnisse der Wissenschaftler haben theoretische Ansätze für Multitasking: nämlich physiologische und kognitive, die eher den Wechsel der Computeraktivitäten im Zusammenhang mit weniger Schlaf erklären könnten.

Zu den Details:
Der Mangel an Schlaf ist mit zahlreichen negativen geistigen und gesundheitlichen Ergebnissen verbunden. Er führt zu einem reduziertem Speicher und kognitiven Funktionen, schlechterer akademischer und geringerer Arbeitsleistung, sowie zu Sicherheitsrisiken, wie das Einschlafen am Steuer eines Fahrzeugs. Schlafentzug sind in der erwachsenen US-Bevölkerung weit verbreitet. 37% der Gruppe der 20 bis 39 jährigen berichten über weniger Schlaf, als die empfohlenen 7 bis 9 Stunden pro Tag. Dazu berichteten die Personen, die erst spät in der Nacht schlafen gehen, von Konzentrationsstörungen und seelischen Problemen.

Zahlreiche Studien haben bereits herausgefunden, dass Multitasking oder aktives Umschalten, während man mit digitalen Medien arbeitet, nicht nur die Aufmerksamkeit reduziert, wenn man die Fenster am Computerbildschirm wechselt, sondern auch dann, wenn man zwischen den Geräten switched. Diese Studien wiesen oft auf die Rolle der Unterbrechungen hin, sei es durch das Lesen von Emails oder die gewöhnlichen Multitasking-Verhaltensweisen. Das der Schlaf auch den Technologiegebrauch beeinflussen kann, wurde bisher weniger erforscht. So fand eine Studie heraus, dass diejenigen, die ihre digitalen Aktivitäten beendeten und früher schlafen gingen, am folgenden Tag zu weniger Multitasking tendierten. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass Schlafmuster die Aufmerksamkeit für Digitales verlagern.

Die Forschung hatte in zunehmenden Maße dokumentiert, wie soziale Medien zu Schlafmangel beitragen konnten. Größtenteils, weil die Menschen wach blieben, um Videos zu streamen, Profile zu studieren und online zu chatten. Die Studien zeigten jedoch nicht, wie die Schlafdauer einen Einfluss auf soziale Medien und die Computernutzung ausüben. Solche Beziehungen sind aber durchaus plausibel. Soziale Medien werden oft als eine leichte Tätigkeit angesehen, die mit Geselligkeit, Flucht und Ablenkungen zu tun haben, so berichten es die Menschen, die soziale Medien nutzen. Und es gibt in der Tat Beweise, die einen Zusammenhang zwischen mehr Zeit auf sozialen Netzwerkportalen und weniger kraftaufwendigem Denken zeigen. So können Personen mit Schlafentzug, die mehr online Zeit verbringen, sich wahrscheinlich weniger anspruchsvoll beschäftigen und lassen sich eher ablenken, wie z.B. durch den Gebrauch sozialer Medien.

Gerade im Hinblick auf den Schlaf und die Facebook-Nutzung wurde in der Studie die Schlafschuldung und nicht Schlafdauer untersucht. Die Studie fand heraus, je höher das Schlafdefizit, je länger die Verweildauer auf Facebook. Die Ergebnisse zeigen, dass das Schlafdefizit eine deutlich positive Beziehung zu Facebook am Computer und mit dem Smartphone aufwies. Die Regelgrößen der Arbeitsauslastung und Fristen zeigten diesen positiven Zusammenhang. Eine erhöhte Nutzung sozialer Medien nach kurzem Schlaf konnte Teil einer Strategie sein, um wach zu bleiben. So berichteten Studenten, die, nachdem sie einschliefen, bewusst, durch das Offenhalten von Facebook oder Instagram auf dem Smartphone, sich wieder wecken ließen. Es wurde für sie zu einer Gewohnheit, so dass sie bei bestimmten Signalen wieder wach wurden.

Auch diskutierten die Studenten über den Nutzen von anderen sozialen Medienportalen und stellten fest, wie leicht sie durch die Seiten mit ihrem Smartphone scrollten und Routinen für das Wachbleiben entwickelten, weil sie Aktionen schnell ausführen konnten. Alle Verhaltensweisen erforderten kein anspruchsvolles Nachdenken, also haben sie intuitiv vor dem Schlafengehen immer wieder kleinste Handlungen ausgeführt, so dass der eigentliche Schlaf stets hinausgezögert wurde. Studenten berichteten, dass sie ihr Verhalten als Entspannung vom Tage ansahen. Das tägliche Videostreaming war sogar für manche zum Einschlafmittel mutiert. Andere suchten in der Nutzung sozialer Medien die Ruhe von den Schularbeiten.

Fazit des Autors
Es wurden in den vergangenen Jahren einige interessante Studien zu Facebook und der Nutzung sozialer Medien veröffentlicht, u.a. auch die Studie mit dem Titel „Facebook hat negative Auswirkungen auf das Subjektive Wohlbefinden“. Facebook ist für viele Forscher idealer Proband, weil tatsächlich Suchtpotential in der Facebook-Nutzung vorhanden zu sein scheint und mögliche Langzeitschäden für eine Gesellschaft gegenwärtig schwer abzuschätzen sind. Das Nachwirkungen bleiben werden, scheint sicher. Die vollständige Studie kann hier geladen werden: University of California, Department of Informatics and School of Education

Foto: Danksagung an Wokandapix (pixabay.com)

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Thorsten Wollenhöfer

Autor & Dozent bei SOCIALMEDIALERNEN.com
Betrieblicher Ausbilder (IHK)
Lehrkräftefortbilder (HLbG)
Spezialist für Strategisches Internet Marketing (SIM)
Zertifizierter Multiplikator für Elternschulungen des Hessischen Kultusministeriums
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